Schwul sein und andere Hindernisse
29. Juni 2007- 23. April 2008

Anmerkungen:
> Das, was ich folgend beschreibe, muss sich nicht so zugetragen haben!!! Ich weiß auch nicht, wo sie wohnen… brauch ich auch nicht, denn dies ist eine Geschichte von mir. Die habe ich mir ausgedacht und nur die Personen und einige Infos, die über sie kursieren als Anlass für diese Geschichte genommen.

>
Ähm, Chris (eigentlich Kris ich weiß  spielt bei mir auch nicht „nur“ Bass, sondern Gitarre.

> Ich habe mich mal an einer etwas anderen Schreib-/Erzählweise versucht....

Noch eine Anmerkung:
Das in kursiv geschriebene wird gedacht.

“Hallo Chris? ... Erde an Chris!“ Verwundert blickt Kristian, der von seinen Freunden meistens nur Chris gerufen wird, sein Gegenüber an. “Könntest du dich mal bitte konzentrieren und endlich anfangen zu spielen?“ Noch einmal sieht er verwundert in der Runde umher, dann fängt er auch schon an, seine Finger über die Seiten seiner Gitarre gleiten zu lassen, damit die Probe fortgesetzt werden kann.
“Ok Leute, ich glaube wir können aufhören. Das wird heute nichts mehr.“ Unter leisem Gemurmel räumen alle bis auf Chris, der immer noch verträumt in der Gegend rumsteht, ihre Instrumente auf. “Man Chris, was ist denn mit dir? So schlecht wie heute hast du ja noch nie gespielt.“ Verschämt sieht sich Chris im Zimmer um und getraut sich nicht seinen Bruder in die Augen zu schauen. “Ist es immer noch wegen diesem Blondschopf? Diesem Girlieface? Oh bitte, du denkst doch nicht etwa immer noch an ihn? Diesen Typen vom Markt?
An diese Schwuchtel?
Eine gute Stimme hatte er ja, ok, aber bitte Chris. Das der ne Schwuchtel ist, das hat man doch schon von weitem gesehen.
Du brauchst mich nicht noch mal zu fragen, ob er nicht für uns singen sollte. ...
Hauptsache, du bekommst das wieder in die Reihe, bevor wir unseren Auftritt haben.“
Nicht wissend, was er mit dieser Aussage angerichtet hat, lässt Matthau oder wie ihn alle nennen, Maddü, seinen Bruder im Proberaum stehen und geht nach Hause.

Verdammt, er hat doch recht. Er ist dagegen, dass ER für uns singt. Und der Rest der Band war auch dagegen. Leider... Nur warum denke ich dann nur immerzu daran, wie schön es wäre, wenn er singen würde. Er vor mir auf der Bühne steht und die Fans animiert mitzumachen.
Warum lässt er mich nicht los?
Warum nur nicht?
Kleiner süßer Blondschopf. Moment mal. Süßer Blondschopf. Süßer?!
Ich stehe doch nicht auf Kerle.
Das „Oder doch?“, lässt er selbst in seinem Kopf unausgesprochen.
Endlich rafft auch er sich auf. Stellt seine Gitarre in die Ecke, geht aus dem Proberaum raus, schließt noch ab uns schon ist er auf dem Weg zum Park.
Dort angekommen läuft er total planlos einfach nur rum und versucht sich seines „Problems“ klar zu werden.
Verdammt. Verdammt. Ich kann mich doch schon fast gar nicht mehr an ihn erinnern. Oder doch?
Lange blonde Haare. Ein süßes Gesicht. Strahlend blaue Augen, die einen versinken lassen. Jaaaa. Das ist er.
Moment mal, das ist er wirklich. Er sitzt da vorn beim Spielkasten und spielt schon wieder auf seiner Gitarre. Ob er heute auch wieder singt? Hoffentlich. Vielleicht kann ich noch etwas näher an ihn heran, ohne das er mich bemerkt.
Jaaa. Dort hinter dem Klettergerüst ist gut, da kann ich ihn beobachten, ohne das mich jemand sieht...
Gedacht getan. Fünf Minuten später steht Christ mit großen Ohren sicher versteckt beim Klettergerüst.

“Du Jonne.“
“Hmm.“
“Da hinten ist ein Typ.“
“Und Ana? Was ist mit dem?“
“Der versteckt sich hinter dem Klettergerüst und sieht die ganze Zeit schon her.“
“Kennst du ihn? Oder hast du ihn hier schon mal gesehen?“
“Nein. Soll ich ihn erschrecken?“
“Ich weiß nicht.“, doch dies hört sie schon gar nicht mehr. Verwundert blickt Jonne auf, als er keine Antwort von seiner Begleitung bekommt.
Diese hat sich unter die anderen Kinder gemischt und schleicht sich nun ganz leise von hinten an Chris heran.
“Buuh.“ Chris zuckt erschrocken zusammen und setzt sich erst mal in den Dreck.
“Oh entschuldige bitte. Ich wollte dich nicht... ich wollte nicht, dass du deine Hose dreckig machst.“, dabei zeigt sie auf einen kleinen Fleck, der nun nachdem er aufgestanden ist erst wirklich sichtbar geworden ist und sieht Chris erschrocken an. “Komm.“ Mit diesen Worten ergreift sie eine von Chris Händen und zieht ihn hinter sich her zu Jonne. Oh Gott! Nein. Bitte nicht! Das ist doch jetzt nicht wahr oder. Die Kleine zieht mich genau auf ihn zu. Dann bemerkt er mich ja doch. Was mach ich denn nur? Und schon sind wir da.
“Wen bringst du denn da mit?“ Hä. Er sieht mich gar nicht an. “Ich habe ihn erschreckt und da hat er seine Hose dreckig gemacht. Guck da.“, dabei zeigt Ana auf den kleinen Fleck. Chris wird derweil immer röter und weiß nicht, wie er sich verhalten soll. “Oh, aber Ana.“ Endlich sieht er mich an. Seine Augen scheinen immer größer zu werden. “H-Hallo, i-ich b-b-bin Jonne. Da-Das mit der Hose tut mir sehr leid. Kann ich das irgendwie wieder gut machen?“ Diese wunderschönen blauen Augen. Die wau... sie sind einfach nicht zu beschreiben. “I-Ich weiß nicht.“
“Wie wäre es, wenn ich dich erst mal zu einem Kaffee einlade?“
“Ja, das wäre sehr schön.“
Ich fasse es nicht. Ich gehe mit ihm einen Kaffee trinken. Ich, ich könnte platzen vor Aufregung und Freude.
Im Kaffee bestellen wir zwei Kaffee für uns und einen Orangensaft für Ana. Ana. Ob das seine Tochter ist? Aber das würde dann ja bedeuten, dass Maddü nicht recht hatte und er gar nicht schwul ist. Er gar nicht schwul sein kann, da er ja eine supersüße kleine Tochter hat. Vater und Tochter. Ana und Jonne. Da fällt mir ein, dass ich mich ja noch gar nicht Vorgestellt habe.
“Äh, ich also. Ich bin Chris.“
“Hei. Was für ein schöner Name.“
Versucht er jetzt zu flirten? Also doch schwul oder was? …
Verdammt, ich bekomme noch die Krise.
“Entschuldige mich bitte kurz.“ Chris erhebt sich und verschwindet auf dem Klo.
Kurze Zeit später machen sich Ana und Jonne sorgen um ihn. Ana überredet, den sich strickt wehrenden Jonne, Chris auf das Klo zu folgen und zu sehen, was mit ihm ist. “Jonne nun komm schon. Du bist so ein Weichei. Du willst ihn oder? Dadrin liegt das Problem oder?“
“Ana! Das ist doch wohl noch meine Sache. Wie kommst du überhaupt auf solche Ideen?“
“Ganz einfach. Seit ich ihn mit zu uns gebracht habe, verhältst du dich komisch. Du stotterst rum und bist nervös, genauso wie er. Zumindest hat er dann doch noch seinen Namen rausgerückt. ... Und wenn keiner von euch beiden was sagt, seht ihr euch einfach nur verträumt in die Augen. Genau wie im Fernsehen.“
“Ach ja? Und was machen deine Fernsehhelden, wenn sie in so einer Situation sind?
“Sie sagen was sie fühlen. Was sie wollen. Ist doch ganz logisch und ganz einfach.“
“Ganz logisch.? Einfach!“ Jonne sieht Ana mit großen skeptischen Augen an. “Wenn es doch nur so einfach wäre.“

“Du Jonne. Entschuldige bitte, aber ich muss weg. Mein...Matthau hat gerade angerufen, meine Mutter soll im Krankenhaus liegen. Sie...Sie hatte einen Herzinfarkt. Sehen...Sehen wir uns mal wieder?“
“Ja gerne doch.“ Und schon wendet er sich ab und ist durch die Tür verschwunden.
“Jonne du Dödel!!!“
Verwundert blick dieser zu Ana und sieht diese fassungslos an. “Du hast doch seine Nummer noch gar nicht.“
“Oh. Da hast du wohl recht.“ Beruhigend und tröstend streichelt Ana nun Jonne. “Wir werden ihn schon wieder sehen ... Ihn wieder treffen. ... Wir werden ihn schon irgendwo wieder treffen.“ Langsam erheben sich beide und gehen Chris folgend aus der Tür. “Komm Ana, ich bringe dich noch nach Hause. Nicht das ich noch ärger mit deinen Eltern bekomme, wenn du zu spät kommst.“
“Ach quatsch. Die doch nicht.“ Auf dem Weg zu Anas Zuhause schweigen beide und hängen ihren Gedanken nach.
Nach ca. 15 Minuten sind beide bei Anas Zuhause angekommen und Jonne verabschiedet sich von ihr um weiter zu sich nach Hause zu gehen.
Dort angekommen macht er es sich erstmal auf der Couch gemütlich und schreibt seine Gefühle und Empfindungen nieder.


Inspiration

I feel like dying every day
Am I here just to fade away
Do you know what it means?
You can think, it's okay
But the story is not the same
Anymore

Drop me
And let me fall
In a way
I haven't felt before
Leave me alone
Don't come any closer
I'm so alone
And I think I'm a loser

Nobody never understands
Now I'm alone and on my own
It's so unfair
People Cry, people smile
Is it wrong or is it right
I know it's right

Drop me
And let me fall
In a way
I haven't felt before
Leave me alone
Don't come any closer
I'm so alone
And I think I'm a loser

Oh ja, das klingt doch gar nicht so schlecht. Das stelle ich morgen doch gleich mal meinen Jungs vor. Mal sehen, was sie davon halten.

“He Jungs.“
“He Jonne.“, schallt es ihm in vierfach zurück. “Wo hast du denn deinen kleinen Groupie gelassen?“
“Was, wen?“
“Na deine Kleine.“
“Oh Ana?“
“Jaaaa.“
“Die kommt später. Sie ist noch mit ihren Eltern ein Eis essen gegangen.“
“Ach, sie hat noch Eltern?!“
“Was soll das denn nun schon wieder heißen Lauri?“
“Nichts nichts. Es hat mich nur gewundert.“ Oh man, ich bin heute nicht in der Lage, die Gedankengänge von einigen meiner Freunden und Bandkollegen zu folgen. Egal, stelle ich ihnen jetzt einfach mal den neuen Song vor und mache damit einen gekonnten Themenwechsel.
“Jungs. Hört mal zu, ich habe da einen neuen Song.“ Schon liest er ihnen den Text vor und fragt am Ende, als keine negative Kritik erfolgt, ob jemand dazu eine passende Melodie hat.
Leider verneinen alle und so machen sie sich an die eigentliche Probe.

“Ok Jungs. Lassen wir es für heute gut sein.“
“Morgen wieder um dieselbe Zeit?“ Antti wartet noch auf die Zustimmung von allen und hüpft schon vergnügt zur Tür hinaus. “Jonneeee?!“, dieser hat sich bereits seine Tasche mit seiner Akustik-Gitarre geschnappt und dreht sich nun zu Ana um. “Joa. Was ist?“
“Gehen wir in den Park?“
“Warst du da nicht gerade schon mit deinen Eltern?“
“Ja schon, aber ich dachte…naja, mit dir macht es mehr Spaß als mit ihnen.“
“Oh man Jonne, was machst du nur mit der Kleinen und warum haben ihre Eltern eigentlich nichts dagegen, dass sie oft bei oder mit dir rumhängt?“
“Äh, ich also…“
“Jonne? Wissen ihre Eltern es etwa gar nicht oder ist sie dein heimliches Kind?“
“Nee, bin ich nicht…oder?“
“Äh!-Ni-Ni-Nicht das i-i-ich wüsste.“
“Das war eigentlich als Witz gemeint, aber das, so wie das aussieht, so wie ihr-du reagiert hast, also ich... viel Spaß ihr beiden. Tschau.“


“Jonne? Jonne? JONNE!!! Eh Kleiner aufstehen. Jonne büdde.“
“Hmmm.“
“Bist du munter?“
“Hmmm.“
“Ja ok, also ich muss ganz dringend weg und Jo muss mitkommen, wegen Fotos und so. Also könntest du bitte wiedermal auf Ana aufpassen??
Jonne?
Jonne!“
“Was? Ja.“
“Was ja?“
“Ich äh, auf Ana aufpassen. Oder sie eher auf mich. Ganz wie du willst. Ist doch kein Problem.“
“Man Jonne, du hast echt nen Vogel, wenn du aufstehst. Ihre Sachen sind im Wohnzimmer bzw. im Gästezimmer.
Also dann, wenn du noch was brauchst, schreib mir, wir sind dann weg.“
“Hm danke. Werd ich nicht.“
“Jonne. Wie oft denn noch? Liebling, könntest du uns mal bitte kurz alleine lassen?“
“Ja ok.“
“Jonne. Du musst nicht immer unsere Tochter durchfüttern nur weil ich nie da bin und außerdem brauchst du dein Geld für dich. Ich habe doch genug. Lass mich dir doch auch helfen. Du hilfst mir doch auch immer. … Ach Jonne.
Ich möchte es nicht zurück.“ Er gibt Jonne noch einen Kuss auf die  Schläfe, dann geht er hinaus zu seiner Tochter um sich nochmals von ihr zu verabschieden.
“Jonneeee. Los aufstehen!“
“Will nicht.“
“Los komm duschen und dann gehen wir spazieren.“
“Warum denn jetzt schon?“
“Schon mal auf die Uhr geguckt? Los jetzt.“ Während Jonne sich langsam aus dem Bett rappelt, duschen geht und sich dann anzieht und schminkt, erzählt Ana ihm, was sie heute alles machen will.
“Ok fertig. Wo gehen wir jetzt hin?“
“Markt, Dom, Park.“
“Ok.“
“Nimmst du deine Gitarre wieder mit?“
“Kann ich machen.“ Was soll das denn? Sie hat mich gestern schon den ganzen Rest des Tages rumgeschleppt und nirgendwo sind wir ihm begegnet. Es sagte doch, dass seine Mutter im Krankenhaus liegt und dieser Matthau ist doch bestimmt sein Freund. Wie er angefangen hat mit mein. Mein. Ach man. “Mensch Jonne. Jetzt lass den Kopf nicht so hängen. Wir finden ihn schon. Und wenn wir zusätzlich noch jedes Krankenhaus abklappern müssen, bis wir ihn gefunden haben.

“Jonne. Das ist er doch oder? Dort am Brunnen.“ Ich fasse es nicht. Dort sitzt er tatsächlich. “Ja.“ Jetzt latschen wir seid Stunden hier rum und dann sitzt er dort am Brunnen und scheint sich über etwas Gedanken zu machen. “Komm.“
“Ich nein.“ Doch Ana hat bereits die Führung übernommen und zieht Jonne hinter sich her.
“H-Hallo.“ Erschrocken sieht Angesprochener nun hoch. “Oh hallo. Ich habe dich…Willst du dich nicht setzen? Ihr euch nicht setzen?“
“Danke.“ Nun sitzen beide nebeneinander und schweigen sich an.

“Wollen-Wollen wir zum Spielplatz gehen, da kann Ana dann noch etwas spielen.“ Zustimmendes Gemurmel und schon sind die Drei auf dem Weg.
“Du Jonne. Würd-Würdest du mir etwas vorspielen?“, fragt Chris Jonne, als sie nebeneinander auf einer Bank am Spielplatz sitzen. Erstaunt sieht dieser Chris an. “Ja klar. Wenn du es willst immer.“
Dieser Augenaufschlag dabei…Hach. Er ist einfach ein Wahrgewordener Traum. Anders kann man ihn nicht beschreiben. Außer vielleicht noch als ein  Engel. Ja. Ein perfekter Engel. Und Vater. Mist. Ob er noch mit der Mutter von Ana zusammen ist? Ob ich Chancen habe? Ob er sich überhaupt für Männer interessiert?
Er spielt so klasse. Aber einiges könnte ich ihm ja noch zeigen. Wenn er es will.
“Du Jonne.“, fragt er ihn, als Jonne nur noch seine Finger über die Seiten gleiten lässt. “Ja.“ Jetzt oder nie. Nein. Ich kann nicht. “Bist du eigentlich in einer Band? So gut, wie du spielst und singst, reisst man sich doch bestimmt um dich.“ Puh. Zum Glück ist mir noch was anderes eingefallen. Und der Zusatz musste einfach sein.
“Ich ähm danke. Ich ja. Ich bin in einer Band.“
“Kennt man euch den schon?“
“Nein. Vermutlich nicht. Wir sind noch eine sehr junge Band. Negative nennen wir uns.“
“Negative.“
“Warum das denn. Spielt ihn nur negatives oder hat das einen anderen Hintergrund?“
“Nein. Das hat einen anderen Grund. Außerdem finde ich den Namen toll.“ Schmollend schiebt Jonne seine Unterlippe vor und wendet sich beleidigt von Chris ab. Er sieht so süß aus, wenn er schmollt. Schnell einen Themawechsel, sonst falle ich noch über ihn her. Wie kann man nur so süß sein? “Wollen wir noch einen Kaffeetrinken gehen?“
“Oder besser gleich was essen gehen?“, fragt Chris nach einem Blick auf sein Handy weiter.
“Ja.“ Nun funkeln seine Augen ja richtig. Das lässt sie noch wunderschöner aussehen. Schon ruft dieser Ana und fragt sie, ob sie etwas dagegen hat. “Nein. Natürlich nicht.“

“Wie-Wie geht es deiner Mutter?“
“Besser. Sie wird morgen entlassen.“ Das war es schon wieder mit der Konservation zwischen den Beiden, bis sie in einem kleinem Restaurant angekommen sind.
Dort bestellt sich jeder was zu trinken und zu essen, dann wird wieder über Musik, Klamotten und Politik geredet, bis Jonnes Blick zufällig auf eine Uhr fällt. Er wird blass und sieht Ana danach erschrocken an. “Chris entschuldige bitte, aber wir müssen los. Wir sind schon viel zu spät.“
“Für was zu spät?“ Sein Blick fällt auf Ana, die sich müde die Augen reibt. “Oh. Das tut mir leid. Daran habe ich nicht gedacht.“
“Ist ok. Ich auch nicht. Oh Ana entschuldige bitte, ich bringe dich sofort ins Bett. Nicht das du morgen noch verschläfst.“
“Kommt Chris mit?“ Fragend sehen beide zu ihm hin und warten auf eine Entscheidung von ihm. “Äh ja tja, wenn ich darf?“
“Ja.“ Ana sieht freudig zu ihm auf, während Jonnes Blick langsam von Chris zu Ana wandert und fragend das `Ja´ von ihr wiederholt.
“Ok. Ihr zieht euch schon mal an, ich gehe schnell bezahlen und dann bringe ich euch nach Hause, damit du ganz schnell ins Bett kommst.“
“Ach komm schon Jonne. Etwas Abwechslung in euren Treffen kann doch nicht schaden. Seht doch dann einfach noch einen Film an. Oder ihr geht dann noch zusammen irgendwo hin. Ich werde schon nicht aus dem Bett fallen. Und mein Schulzeug ist fertig gepackt. Wo was bei dir steht, weiß ich schon besser als du und wann der Bus fährt weiß ich auch. “
“Na ok. Mal sehen. Morgen stehe ich trotzdem wieder mit dir auf und bringe dich zum Bus. So wie immer.“ Chris hat bezahlt und kommt nun mit seiner Jacke in der Hand auf die Beiden zu. “Wir können.“ Jonne schnappt sich seine Gitarre und schon sind sie auf dem Weg zu Jonnes Wohnung.
“Warte mal. Hier. Zieh die an.“ Chris hat seine Jacke ausgezogen und hält sie Jonne hin. “Quatsch.“
“Jonne bitte. Du bist viel zu dünn angezogen.“ Zögerlich greift Jonne nun doch nach der angebotenen Jacke und zieht sie an. Dann schnappt er sich wieder seine Gitarre und gemeinsam gehen die Drei weiter. Unbemerkt kuschelt er sich tiefer in die Jacke und schnuppert an ihr. Obwohl er es nie zugegeben hätte, hat er unter seiner dünnen Jacke doch schon sehr gefroren und war über das Angebot von Chris sehr dankbar.
“Kommst du noch mit hoch einen Kaffee trinken?“, fragt Jonne Chris, als sie vor der Haustür des Mehrfamilienhauses stehen und Jonne seinen Schlüssel sucht. “In der linken Seitentasche.“ Jonne greift in die von Ana gesagten Tasche und zieht den Schlüssel hervor. “Danke.“ und schließt auch schon die Haustür auf. Nach einigen Treppen stehen sie auch schon vor der Wohnungstür, sie Jonne auch sofort aufsperrt und Chris und Ana hereinlässt.
Ana geht zuerst in ihr Zimmer, nimmt sich dort ihren Schlafanzug heraus, zieht sich um und geht dann ins Bad sich Zähne putzen.
“Ich geh dann ins Bett.“ Ana geht zu Jonne und gibt ihm einen Kuss. “Schlaf schön.“, dann dreht sie sich zu Chris um und wünscht ihm ebenfalls eine gute Nacht, bevor sie in dem Gästezimmer, welches eigentlich ihr Zimmer ist verschwindet. Jonne füllt zwei große Tassen mit dem schwarzen Gebräu. “Brauchst du Milch und Zucker?“
“Nur Zucker. Keine Milch.“ So stellt Jonne neben den vollen Tassen auch noch die Zuckerdose und einen Löffel auf den Tisch.
“Papa.“ Jonne dreht sich erschrocken um und blickt sofort zu Ana, die in der Tür steht. “Was?“
“Komm mit.“ sofort folgt er Ana, die in die Stube zum Telefon geht.
“Ja?“
“He Jonne. Ich…könntet ihr am 26. auf einem kleinem Wohltätigkeitsfestival in London spielen oder habt ihr da schon was vor?“
“Also, soweit wie ich weiß, haben wir da als Band noch nichts im Kalender stehen, aber wie es privat aussieht weiß ich nicht.“
“Könntest du das bitte bis morgen herausbekommen und mir bescheid geben, ob ihr da spielt, da sag ich dann Bescheid. Ach ja. Die Kosten für die Anreise und für die Unterkunft werden von der Veranstaltung übernommen.“
“Und für was wird da gespendet, wenn es so kurzfristig ist?“
“Ich glaub wieder mal für Krebskranke Kinder oder so.“
“Das dich das gar nicht interessiert!“
“Is ja schon gut. Du kennst mich doch. Nicht vergessen, sag mir morgen bitte bescheid! Tschau Jonne.“
“Tschau und schöne Grüße an Jo.“
“Jep richte ich aus.“
Zurück in der Küche wird Jonne sofort von einem besorgtem Chris gefragt, was war. “Nichts weiter. Wir können am 26. auf irgendeinem Wohltätigkeitsfestival spielen.“
“Cool, wo denn?“
“In London.“
“Hast du schon zugesagt?“
“Nein, ich rede da erst noch mit meinen Jungs drüber. Morgen gleich bei der Probe.“
“Du redest erst noch mit deinen Jungs drüber?“
“Klar. Wir sind doch alle gleichberechtigt. Sie haben dasselbe Recht, wie ich einen Vorschlag zu machen oder andere abzulehnen.“
“Toll.“ Chris stellt sich gerade vor, wie schön es wäre, wenn Maddü sie nicht immer vor vollendete Tatsachen stellen würde.
“Ist das nicht ein bisschen kurz, wenn ihr heute erfahrt, dass ihr in drei Wochen einen Gig habt? Oder läuft das bei euch immer so, dass ihr es erst kurz vor knapp erfahrt?“
“Nein. Eigentlich nicht. Das war zumindest bei den letzten nicht so. Da ist immer schon Monate vorher alles geplant und fest gemacht.“
“Toll.“ schwärmt Chris.
“Du Jonne. Ich mach dann auch mal los. Sehen wir uns morgen wieder?“, fragt er mit einem hoffnungsvollem Blick. Leicht und total glücklich lächelt Jonne sein Gegenüber an, bevor er ein “Klar.“ haucht. “Morgen um  zwei am Spielplatz?“
“Nein. Ich hatte Ana versprochen sie morgen von der Schule abzuholen.“
“Kann-Darf ich dich da begleiten?“
“Gerne. Wollen wir uns da vorher schon treffen oder dann vor der Grundschule?“ Einen kurzen Moment überlegt Chris, dann fällt ihm ein, dass die einzigste Grundschule, die es hier gibt, unweit von seinem Proberaum liegt. “Bei ihr vor der Schule. Wann holst du sie denn ab?“
“Sie hat kurz vor zwei aus.“
“Ok, dann treffen wir uns morgen da.“ Er beugt sich zu Jonne vor, haucht ihm einen Kuss auf die Lippen, dann verschwindet er. Erst das Krachen der Wohnungstür lässt Jonne aus seinen Gedanken aufschrecken. “Er hat mich geküsst. Er hat mich geküsst.“, summt er immer wieder vor sich her, während er sich auch fürs Bett fertig macht. Noch seinen Wecker stellt und sich dann in seine Kuscheldecke kuschelt und zufrieden einschläft. (Anm.d.A.: Sorry, das musste sein!-Jonnie-Wonnie ^^ -Ich hasse die Ami-Schreibweise-)

Love starts funeral of hearts!!!
Jonnes Hand klatscht auf den Wecker. Vor sich hin brummelnd erhebt er sich dann um Ana Frühstück zu machen. HIM. Sie scheinen es echt geschafft zu haben. Glückwunsch. “Morgen.“
“Morgen. Hast du gut geschlafen?“
“Ja. Tief und fest. Was wollte er gestern Abend noch von dir?“
“Mich beauftragen meine Jungs zu fragen, ob wir am 26. auf einem kleinen Festival spielen wollen.“
“Am 26.?“
“Ja. Willst du da mitkommen? Ist ja Wochenende, soweit wie ich denke.“
“Ja und ja glaube ich auch. Was ist denn gestern zwischen euch noch gelaufen? Seid ihr noch weggegangen?“
“Nein. Wir habe noch etwas geredet, dann ist er auch schon los.“
“Hast du dir seine Nummer besorgt?“ Dieser schüttelt nur müde den Kopf. “Wie sieht es denn aus? Seht ihr euch mal wieder?“, fragt Ana nach einem kleinen Seufzen weiter.
“Hm. Heute.“
“Toll. Ich wünsche euch schon mal ganz viel Spaß und ich verspreche dir, ich werde meine Hausaufgaben ordentlich machen.“
“Das ist schön zu hören, aber ich muss dich enttäuschen. Deine Hausaufgaben werde ich trotzdem kontrollieren. Da kommst du nicht drum herum.“
“Manno.“
“Du Papa? Lernst du mir Gitarre spielen?, fragt sie Jonne, während sie sich ein Brötchen mit Käse belegt. Jonne sieht sie erstmal mit großen vor Schock geweiteten Augen an. “Du was?“
“Ob du mir Gitarre spielen lernst?“
“Nein. Das habe ich schon verstanden, aber das andere??“
“Papa?“
“J-Ja.“
“Wieso? Stört es dich, wenn ich dich so nenne?“
“Und … was ist mit ihm? Ist er nicht mehr dein Vater?“
“Doch natürlich. Warum sollte er nicht?“ nun sieht sie ihn unverstehend an und wartet auf eine Erklärung. “Ich mein ja nur. … Woher?“
“Ich habe dich vorgestern bei deinem Telefonat belauscht. Tut mir leid. … Warum habt ihr es mir nie gesagt?“
“Wir. Ich. Wir dachten, dass es dich nur verwirren würde, wenn wir dir erzählen, dass wir nicht genau wissen, wer von und beiden dein Vater ist und einen Vaterschaftstest zu machen, davor haben wir beide Angst. Wir hatten uns auf diese Möglichkeit geeinigt. Ich passe auf dich auf, wenn Sie nicht können und sie passen auf dich auf, wenn ich nicht kann oder sie hier sind. Ich bin der Meinung, ein Kind braucht eine funktionierenden Elternhaushalt und Freunde, die immer für sie da sind.“
Also war es deine Entscheidung, dass ich Mama und Papa zu ihnen sagen und dich beim Vornahmen nenne?“
“Nein. Jo hatte uns vor die Wahl gestellt. Ihr war es egal, ob du offiziell zwei Väter hast, die für dich da sind oder nur einen und einen guten Freund und Vaterersatz. Letzten Endes hat aber die Presse aus ihm deinen Vater gemacht und keiner von uns. … Und da sie gerade vor ihrem großen Durchbruch standen, haben wir es halt so gelassen.“
“Oh. Ok.“ Sie packt noch Schulschnitten und einen Apfel in ihren Ranzen, dann gehen sie zur Bushaltestelle, wo Jonne sich von ihr verabschiedet und ihr viel Spaß bei der Schule wünscht.

Ob er wohl kommt? Ob er wohl kommt? Drehung und wieder fünf Schritte zurück. Wieder drehen und wieder zurück an Anfang. Schon seit knapp einer halben Stunde diggert er auf der Linie hin und her. Himmel. Ob er wohl kommt? Jonne streckt sein Gesicht in Richtung Himmel, doch das Einzigste was er dort sieht sind einige graue Wolken.  “He Jonne.“ Erschrocken fährt dieser zusammen, bevor er ein gedrücktes “Hei.“ hören lässt. “Wartest du schon lange?“
“Nein. Glaub nicht.“
“Wann hat sie denn genau aus?“
“13:55.“
“Aha. …“ Ein Blick auf sein Handy bestätigt seine Vermutung. Sie müssen nur noch eine halbe Stunde warten. “Du Jonne?“ er zieht seine Jacke aus und wartet dann, bis dieser in ansieht. Erst dann redet er weiter. “Hier zieh die an. Ich sehe doch, dass du frierst.“ und betrachtet stirnrunzelnd Jonne in seiner offen stehenden Jacke.
“Ich kann doch nicht. Du braucht doch…“, doch Chris legt ihm bereits seine Jacke über. “Ich sollte mir vielleicht doch mal eine neue holen.“, meint Jonne dann leise mehr zu sich selbst.
“He Ihr. Können wir.“ Zwei Ja und schon sind sie auf den Weg zur nächsten Bushaltestelle. Während sie auf den Bus warten, fragt Jonne Ana nach dem heutigen Lehrstoff aus, den sie heute gelernt hat.
Am Ziel angekommen setzt sich Ana sofort an ihre Hausaufgaben, damit sie schnell damit fertig ist und noch etwas Spaß mit Jonne und Chris haben kann.
Jonne und Chris sitzen derweil wiedermal in der Küche und trinken Kaffee.
“Du Jonne. Hättest du Lust heute Abend mit mir auszugehen.“
“Ja gerne.“ antwortet dieser ihm. Wenn man genau hinsieht, kann man sogar kleine Sterne in seinen Augen sehen.
Immer wieder treffen sie sich in Clubs, Bars oder bei einen von Beiden zuhause. Auch zu Dritt unternehmen sie viel. Das natürlich vorrangig am Wochenende.
“Du Jonne. Kommst du morgen Abend mit zu unserem Gig?“
“Ja. Ich würde sehr gern auch mal den Rest deiner Band kennen lernen. Auch wenn du dich in letzter Zeit nicht mehr so gut mit ihnen verstehst.“
Schon ist der besagte Abend. Die gesamte Besetzung von Negative ist bei Jonne versammelt, während dieser immer wieder aufgeregt aufspringt und sich kritisch in einem Spiegel betrachtet.
“Mensch Jonne. Das ist doch kein Modewettbewerb zu dem wir gehen, sondern zu einem Konzert deines Freundes.“, meint Lauri zu ihm, als er sich zum wiederholten Male ein anders Oberteil angezogen hat. “Ich will aber gut aussehen.“
“Er kennt dich doch schon, da brauchst du dich doch nicht so anzustrengen.“
“Ansonsten stiehlst du ihnen noch das Publikum.“, meint nun auch Janne zu Jonne. “Hab ich übertrieben? Soll ich lieber was anderes anziehen?“
“Nein Jonne. Du siehst klasse aus.“
“Ich bin mal gespannt, wie dein Freund so ist.“, murmelt Antti leise zu sich, doch nicht leise genug, als das Jonne ihn nicht gehört hätte. “Was soll das den heißen? Ich habe nie behauptet, dass ich mit ihm zusammen bin. Ich … “ Macht dieser sich auch sofort Gedanken.
“Naja. Du schwärmst doch bei jeder Probe von ihm. Wie toll er aussieht und Gitarre spielen kann. Da dachte ich, da läuft mehr zwischen euch.“ Auch der Rest der Band stimmt Antti zu.
“Ok. Wollen wir dann? Auf geht’s.“ treibt nach fünf Minuten des peinlichen Schweigens  Lauri seine Freunde an.
“Wir sind da. Wir haben noch zeit. Holen wir für alle was zu trinken Antti?“ Mit dessen Zustimmung nehmen die Beiden die Getränkewünsche des Restes auf und besorgen dies an der Bar. Zurück verteilen sie diese, dann machen sie sich auf die Suchen nach einem bequemen Platz, von dem sie gute Sicht auf die kleine Bühne haben.
Sie kommen. Einer nach dem anderen. Jeder wird mit großem Jubel begrüßt, nur bei einem scheint die Luft fast zu kochen. Lauri stupst Jonne leicht in die Seite um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, dann fragt er ihn, welcher von denen den nun Chris ist. Jonne sagt es ihm und auch den anderen und schon beginnen sie auch mit dem ersten Lied.
Ihr Auftritt ist zu Ende und sofort wird Chris von einer Mädchentraube umzingelt.
“So einen brauchen wir in unserer Band.“, meint Jonne bei diesem Anblick zu sich selbst, doch die Musik ist noch so leise, dass seine Freunde und Bandkollegen ihn verstehen.
“Na los geh hin und frage ihn, ob er nicht Lust hätte mal mit uns zu spielen.“, bekommt er von Janne ins Ohr geflüstert. Er bekommt noch einen Schubs in den Rücken, dann kommt er auch schon schlitternd vor der Traube um Chris zum stehen. Chris löst sich aus der Traube und geht immer noch glücklich lächelnd auf ihn zu. Bei ihm angekommen gibt er ihm voller Freude einen Kuss auf den Mund. Jonne erwidert voller Enthusiasmus diesen Kuss. Kurz darauf bringen beide ihre Zungen mit zum Einsatz und vergessen kurzzeitig, wo sie sich befinden und das viele Augenpaare auf ihnen liegen. “Habe ich dir schon mal gesagt, wie hübsch ich dich finde Jonne?“, fragt Chris ihn dann, als sie sich wieder voneinander lösen. Träumend versinken sie in den Augen des anderen.
“Ja klar, da läuft nichts zwischen euch.“, werden sie aus ihren Träumereien gerissen, als der Rest von Negative bei den Beiden zum stehen kommt. Matthau beobachtet sie derweil aus sicherer Entfernung.
“Chris, darf ich dir meine Freunde und Bandkollegen vorstellen?“ Nach einem Nicken von ihm redet er weiter und stellt sie ihm einen nach dem anderen vor. Diese sprechen ihm nun auch Glückwünsche zu dem gelungenem Auftritt aus. Zitat Janne (Snack): “Man eh. Die Weiber fliegen ja nur so auf dich.“
“Wollen wir dann noch was gemeinsam trinken gehen?“, fragt Janne sie, als sie immer öfters von Mädchen unterbrochen werden, die unbedingt ein Autogram oder ein Bild mit Chris haben wollen. Chris verabschiedet sich kurz um noch seine Jacke zu holen und seine Gitarre einzupacken.
Währenddessen klären die zurückgebliebenen, wo sie denn nun hingehen und kommen zu dem Entschluss, dass sie zu Janne gehen, der auch nicht so weit entfernt wohnt.
Als Chris wieder zu den Negativlern stößt, hat er eine Mine wie sieben Tage Regenwetter. Sofort wird er von Jonne gefragt, was wäre. “Ach nichts. Matthau wollte mich nur nicht gehen lassen.“ Jonne beginnt sich wieder Gedanken darüber zu machen, ob dieser Matthau Chris Freund ist und er dadurch überhaupt mehr für ihn empfinden darf, was er ja tut. Und falls Chris doch mit diesem Matthau zusammen ist, warum er dann mit ihm rumzüngelt bzw. was das ganze Chris bedeutet.
Jonne kommst du?“ Chris steht vor ihm und hält ihm die Hand hin. Lächelnd ergreift Jonne diese und nimmt sich im gleichen Moment vor Chris danach zu fragen.
Chris zieht Jonne immer weiter an sich heran, bis er schließlich seine Hand auf Jonnes Hüfte ablegt. Einen kurzen Moment geniest Jonne diese Berührung, doch dann schiebt er ihn von sich weg. “Chris was bedeutet dir das hier alles?“ Durch das Laternenlicht, unter welcher sie stehen geblieben waren, kann Jonne sein Gegenüber genaustens beobachten. “Wie meinst du das?“, fragt dieser verwirrt nach. “Was bedeutet dir das mit mir. Ist das nur ein Spiel?“ Chris bekommt große Augen, als er verstanden hat, was Jonne damit ausdrücken will. “Es ist ernst. Zumindest für mich. Ich weiß ja nicht, wie du das siehst, aber ich…für mich ist es kein Spiel…Ich-Ich liebe dich Jonne.“
“Wirklich?“ Wieder stehen in Jonnes Augen die Sternchen. “Ja. Ich wirklich.“ Und zieht Jonne wieder an sich heran und drückt diesem einen langen feurigen Kuss auf die Lippen.
Gepfeife und Gegröle trennt die Beiden dann wieder voneinander. Verwundert und leicht sauer über diese erneute Unterbrechung lösen sie sich wieder.
Arm in Arm stoßen sie dann zum Rest, der unweit von ihnen stehen geblieben ist und die sie nun angrinsen.
“Wenn ihr dann erstmal fertig seit, wollen wir nicht irgendwann rein, da ist es bequemer?“
“Janne…“ bringt Jonne nur heraus, dann bricht er peinlich gerührt ab.
“Ihr hättet also nichts dagegen, wenn es so wäre?“, fragt Chris dann, als sie immer noch auf diesen Fleck stehen und keine Anstalten machen weiter zu gehen.
“Also Chrissi-Mausi.“, dabei geht Lauri auf ihn zu und nimmt sein Gesicht zwischen seine Hände. “Wenn du Jonne nicht betrügst und uns alle nie belügst, haben wir nichts dagegen, wenn ihr beiden zusammen seid. Natürlich nur, solange eure Beziehung zueinander das Bandleben nicht kaputt macht. OK?“ Chris kann nur nicken. Er ist zu verwundert über die Führsorge, die sie füreinander haben. “Na dann ist es doch ok.“ und gibt dem verdutztem Chris einen Kuss. “Danke Jungs!“ Jonne umarmt seine Freunde und gibt Lauri ebenfalls einen Kuss. “Danke. Danke. Danke…Ihr seid die Besten…Ich bin so froh, euch meine Freunde nennen zu dürfen.“ Jonne kommen wieder die Tränen. “Jonne-Schatz nicht weinen, ist doch alles gut.“ Janne (Snack) nimmt nun Jonne in den Arm und versucht ihn zu beruhigen.
“Kommt, lasst uns weiter gehen. Es ist nicht mehr weit und dort ist es auch gemütlicher als hier.“ Lauri ergreift Chris bei der Hand und zieht ihn mit.
Einige Meter weiter, biegen sie ab und bleiben vor einem Mehrfamilienhaus stehen. Sie steigen noch einige Treppen hinauf, dann stehen sie auch schon vor Jannes (Jay) Wohnung. “Na dann…rein mit euch.“ und hält für alle die Tür offen.

“Was fällt dir ein? Das kannst du doch nicht einfach so machen! Und wenn ihr euch trennt? Was wird dann he?!...“ Obwohl Matthau noch weiter schimpft, schaltet Chris ab. Er ist lieber in Gedanken schon bei der nächsten Probe mit Negative. “…Hörst du mir überhaupt zu???“
“Jaja klar.“, antwortet dieser dem Jüngeren, obwohl er nicht weiß, warum es denn so wirklich gegangen ist. “Oh man, dich hats ja echt erwischt. Ich sag dir, dass geht nicht ewig gut mit euch beiden. Du wirst schon wieder angekrochen kommen, wenn es aus ist mit euch beiden. Denn wenn einer von euch beiden fliegt, dann wirst du das sein und nicht er. … Wie kann man überhaupt auf Kerle stehen. Total widernatürlich. …“
“Ach Maddü. Ich liebe ihn, akzeptiere das doch bitte einfach. Ich bin glücklich und ich will in seine Band.“
“Man Chris. Mach doch was du willst. Du bist alt genug selbst zu entscheiden, was du machst. In welcher Band du spielst und mit wem du zusammen sein willst. … Aber bitte nicht vor meinen Kindern klar!?“, meint dieser mittlerweile recht sauer und gereizt.
Chris nickt noch einmal, dann dreht er sich rum und geht.

Jahre später:

“Chris. Jetzt hör endlich auf mit der Scheiße. Du zerstörst dein Leben. Du zerstörst unser Leben. Und du zerstörst durch deinen Egotrip die Band.“ Verzweifelt fährt Jonne durch seine mittlerweile wieder kurzen Haare und rennt weiterhin durch sein Wohnzimmer. “Jonne, reg dich ab. Was soll den schon passieren?“, fragt er seinen Freund und lässt sich neben dem Sofa auf den Boden sinken.
“Was passieren soll? Hast du in der letzten Zeit mal in einen Spiegel gesehen? Du siehst aus wie ein Skelett. Und nicht nur das. Du siehst aus, wie ein Skelett, das sich als Clown verkleiden will. Chris, das bis doch gar nicht mehr du.“, meint Jonne zu ihm und bleibt knapp einen Meter vor ihm stehen. Jonne geht noch einige Schritte auf den Älteren zu, bis er direkt vor ihm steht. Einige Minuten seht Jonne nur auf den gesenkten Kopf des Älteren, dann geht Jonne vor Chris in die Hocke, streicht dessen Gesichtskonturen nach und zwingt diesen schließlich ihn anzusehen. “Chris. Lass das Opium sein. Bitte. Tu es für uns. Tu es für mich. Bitte. Ich will dich nicht verlieren, aber die anderen haben langsam die Schnauze voll von deinen Exzessen. Selbst wenn wir dann einen Haufen unserer Fans verlieren. Wenn du das Problem nicht in den Griff bekommst, werde ich auch für deinen Rausschmiss stimmen müssen.“ Erschrocken sieht dieser seinen Frontmann an, bis er sich leicht nach vorne fallen lässt. “Chris. Wie wäre es denn, mit einer Therapie?“ und streicht dem älteren durch seine ebenfalls kurzen Haare.
….

*Tja, das wars. Vielleicht schreibe ich noch weiter. Weiß ich noch nicht. Mal sehen.*

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