Joka Päivä

Dis-/Claimer: Lauri, Aki und die anderen Jungs gehören mir
                    leider nicht. Alles weitere ist von mir,
                    obwohl ich damit auch kein Geld verdiene hoffe
                    ich, euch gefällt die Story.
 
Wie jeden Abend kommt er herein und setzt sich an die Bar. Ich gehe auf ihn zu und er grinst mich wieder mal nur an. “Wie immer?“ frage ich ihn und lächle zurück. “Jep.“ Ich stelle also wie fast jeden Abend seit ich hier bin ein Bier vor ihn auf den Tresen. Er sieht mir zu, wie ich noch zwei Jägermeister eingieße. Als ich dann die zwei Gläser auf die Theke vor ihm hinstelle sieht er mich erstaunt an. So schiebe ich eins der Gläser näher an ihn heran und hebe eins an. Dann nicke ich ihm zu. Er sieht mich wieder nur an und fängt dann an, seine Hand zögerlich nach dem Glas auszustrecken. Langsam hebt er es an. Zufrieden stoße ich mit ihm an und exe sofort meinen Jägermeister. Erstaunt sehe ich ihn an, da er sein Glas immer noch in der Hand hält. Er trinkt doch sonst wie ein Schlot, wieso ziert er sich da jetzt so, wo ich ihm was ausgebe? Es ist doch nicht das erste mal, wo ich das mache. “Wir haben angestoßen, jetzt musst du auch trinken sonst bin ich beleidigt.“ Er prostet mir zu und trinkt dann. Träumend versinke ich in seinen grünen Augen, die mich nun wieder ansehen. Noch habe ich zeit. Zeit zu träumen, bevor die ersten Gäste kommen, denn ihn zähle ich fast nicht mehr dazu.
Er ist ja fast immer da. Ich kann es mir gar nicht mehr vorstellen, je eine Nacht zu arbeiten und nicht zu wissen, dass er dort an der Bar sitzt. Die Zeit rückt voran und die Tür öffnet sich zu meinem Leidwesen schon wieder. Eigentlich bin ich ja froh, wenn ich paar Gäste habe, die etwas Umsatz bringen, aber dann kann ich nicht so lange in seiner Nähe sein.
Herein kommt eine Gruppe von Jugendlicher. Sie setzen sich in eine der Sitzecken und machen es sich bequem.
Schwerfällig löse ich mich von diesen wunderschönen, leuchtenden, grünen Augen und gehe auf sie zu. Nachdem ich die Bestellung aufgenommen und die Getränke hingebracht habe, gehe ich wieder zu ihm. Er hebt sein Bierglas an und ich sehe, dass es leer ist. Ich nicke nur und bringe ihm noch eins. Wieder lächelt er mich so süß an und setzt zum sprechen an. Doch bevor er etwas sagen kann, geht die Tür schon wieder auf und zu und auf und zu. Verwundert sehe ich auf die Menschenmassen, die nun hereinkommen oder bereits drinnen sind und versuche alle Bestellungen so schnell wie möglich zu erfüllen, damit ich wieder bei ihm sein kann. Zum Glück habe ich eine Aushilfe, die ausgerechnet heute bei dem Ansturm auch da ist. Zurück an der Bar sehe ich, dass er sich mit anderen unterhält. Sofort spüre ich seinen Blick auf mir ruhen. Ich sehe zu ihm hin und er winkt mich zu sich. Ok, was solls. Ich gehe zu ihm hin und beuge mich zu ihm, damit ich verstehen kann, was er sagt. “Hast du gemacht, worum ich dich gebeten hatte?“ Ich frag mich zwar immer noch, was er damit will, dass ich die kleine Bühne abgetrennt habe, aber was macht man nicht alles... Ich nicke leicht. “Vorhin sind welche dahinter verschwunden. Du hattest es nicht bemerkt.“ Doch das Letzte höre ich kaum noch, da ich mich umgedreht habe und die Typen von dort vertreiben will. Er hält mich fest und hindert mich so am weitergehen. Genervt drehe ich mich um. “Entschuldige, aber die gehören zu mir.“ Erstaunt sehe ich ihn an. “Wie die gehören zu dir und warum sollte ich den Teil absperren?“
“Äh ja also, die Typen. Das sind die selben, die in den letzten Wochen schon paar mal hier waren und sich alles angesehen haben.“ Jetzt bin ich noch verwirrter als vorher, doch zum Glück redet er weiter. “Es macht dir doch nichts aus, dass hier gleich eine kleine Band auftreten wird ... Oder?“ Wie ein kleines Hundebaby sieht er mich an. “Du hättest mich doch fragen können oder mir zumindest eher Bescheid sagen können. Es ist doch gar nichts vorbereitet. ... Wie soll das denn funktionieren?“
“Mach dir da mal keine Gedanken. Unsere Roadies und Techniker haben gesagt, sie bekommen das hin."
"Ok, wenn du meinst. Warte mal, unsere? Was bedeutet unsere Roadies?"
"Tja, die Roadies von meiner Band halt."
"Wie deine Band?"
"Na meine Band eben. Guckst du denn echt kein Fernseen?"
"Nöö ... sollte ich dies getan haben?"
"Äh nö, nicht unbedingt."
"Häää?"
"Ach so. The Rasmus. So heißt meine Band und ich habe mir mal die Freiheit herausgenommen, hier einfach so zu spielen."
"Äh ok. ... Du Lauri?"
"Ja."
"Danke."
"Danke mir lieber erst, wenn es ein guter Gig war und alles geklappt hat."
"Ok, aber trotzdem danke, dass du das hier machst. Ich hätte nie gedacht, dass The Rasmus mal hier auftreten würden oder ich sogar einen von ihnen kenne."
"He komm mal wieder runter. Du kennst uns ja. Zwar nur durch meinen mp3-player, aber immerhin, kannst du dir was drunter vorstellen."
"Aber nur ohne Bilder. Entschuldige."
“He nö, fand ich gut so.“ Plötzlich taucht neben ihm ein Mann auf und tippt ihm auf die Schulter, doch Lauri scheint dies nicht zu bemerken. So wie er weiterhin unverbannt auf mich sieht. “Da will jemand was von dir!“
“Was? Oh danke.“ Währendessen mache ich meine Runde und verteile neue Getränke. Als ich zurück komme, ist die Gruppe um und mit Lauri verschwunden. Ich sage meiner Aushilfe bescheid, dass ich mal kurz verschwinde und gehe in den Backstagebereich. Obwohl, diesen Namen verdient es nicht wirklich.
Zuerst einmal sehe ich haufen Kabel die auf dem Boden entlang führen, dann fallen mir ein Drumset und ein Keyboard ins Blickfeld. Oh mein Gott, er meinte es wirklich ernst. Ich gehe weiter und öffne dann die Tür zu einem etwas größeren Raum mit vielen Spiegeln. Dort angekommen staune ich nicht schlecht. Dieser Raum war noch vor paar Stunden fast leer und nun liegen überall Kleidungsstücke, Schminkzeug und andre Utensilien rum.
Wie können sich fünf erwachsene Männer nur um einen Spiegel streiten, obwohl doch noch drei weitere im Raum sind. Wohlbemerkt Erwachsene.
Na ja egal, sollen sie es doch machen, wie sie wollen. Lauri bemerkt mich und kommt auf mich zu. Er gibt mir schnell einen Kuss auf den Mund und will schon gleich weitergehen. Genau wie er vorhin halte ich ihn am Arm fest. Er dreht sich langsam um und sieht in mein erschrockenes Gesicht. “Entschuldige, ich konnte nicht anders.“, ertönt es leise von ihm. “He schon ok. Ich habe dich auch lieb.” Dann  küsse ich ihn ebenfalls. Nun sieht er mich erstaunt an. “Lauri? Lauri, kann ich mal deinen Kajal haben? Ich kann meinen nicht finden.“, tönt’s und Lauri verleiert die Augen. “Klar kannst du.“
“Leute, wie lange braucht ihr noch? Ich glaube wir sollten langsam mal los machen. Oder was meinst du Lauri?“ Wer ist das denn? Lange braune Haar oder doch eher blonde? Keine Ahnung. Ist schwer zu sehen. “Jeah sollten wir vielleicht. Nicht das sie noch gehen, da sie denken, wir würden gar nicht auftreten.“
“Also Leute, ihr habt es gehört. Unser Vögelchen hat gesprochen. Macht euch fertig, wir gehen gleich raus.“
“Aki, kündigst du uns an?“
“Ja ok .... Vögelchen.“
“He nicht lachen, das ist mein Spitznahme. Einer unter vielen.“ Ich grinse, beuge mich zu ihm vor und küsse Lauri. “Dorr, jetzt ist aber Schluss ihr zwei Turteltäubchen. Ihr könnt nachher weiter machen.“ Hää Turteltäubchen? Wieso das denn? Hat er sich etwa auch in mich verliebt? Verdammt, das wäre ja super, endlich mal eine gute Nachricht.
Mit einem Grinsen im Gesicht kündige ich sie an.
Fassungslos starre ich die tobende Menge vor mir an. Ich kann es gar nicht fassen, The Rasmus treten hier bei mir in meiner kleinen Bar auf. Einfach unglaublich, aber wahr.
Immer noch grinsend mache ich platz und gehe dann so schnell ich kann zum besten Platz den der Schuppen zu bieten hat, wenn man jemanden auf der Bühne beobachten will.

Oh man, ich sehe, wie meine kleine Irina alle Hände voll zu tun hat und ziemlich im Stress ist.
Schnell beeile ich mich ihr zu helfen allen Gästen ihren Wunsch zu erfüllen.
Irgendwie scheinen es immer mehr Leute im Club zu werden, so gerammelte voll wie es hier im Moment ist. Das hat ja auch seinen Vorteil, nur sehe ich nicht viel von Lauri und seinen Jungs. Und richtig auf die Musik kann ich mich auch nicht konzentrieren. Leider. Ich hatte mich schon so gefreut als er vorhin sagte, dass er hier spielt und nun kann ich es nicht mal richtig genießen.  
Erstaunt sehe ich, dass Lauri wieder an seinem Platz an der Bar ist. Hää, spielen die denn nicht mehr? Schnell werfe ich einen Blick auf die Bühne um mich zu vergewissern, dass der Typ an der Bar wirklich mein Lauri ist und nicht irgendjemand anders.
Wie ein Blitz bin ich bei ihm angelangt und drücke ihm einen kleinen Kuss auf die Wange, während ich ihn ganz fest umarme. “He so stürmisch?“ Erschrocken lasse ich ihn los. Wie peinlich kann ich eigentlich noch werden? “Das war aber keine Aufforderung mich loszulassen. Los komm her. Lass dich knuddeln.“ Sichtlich zufrieden zieht er mich an sich heran und knuddelt mich durch. “Und wie fandest du uns?“
“Das was ich gesehen und gehört habe hat mich voll vom Hocker gehauen. Danke. Danke. Danke!!“ Wieder umarme ich ihn. “Warte kurz, du bist bestimmt durstig oder?“
“Hmm, geht so, ich habe ja dich.“
“Das Übliche?“ Lauri grinst mich wieder mal mit seinem typisch laurimäßigen Grinsen an. “Ok, mein Herr. Ihre Bestellung kommt sofort.“ Bevor ich ganz verschwinde drehe ich mich noch einmal um. “Nicht wieder weglaufen.“ Lauris grinsen wird breiter und seine Augen fangen wieder an zu strahlen. Manchmal glaube ich echt, sein grinsen würde über den ganzen Kopf gehen, wenn er keine Ohren hätte, die es im Gesicht festhalten.
Aber so ist mein Lauri. Moment mal, mein Lauri? Ich bin doch nicht mit ihm zusammen, also höre auf solche Besitzansprüche zu stellen. Er wird dir nie gehören. Was soll er denn schon von dir wollen oder mit dir anfangen. Eine Freundin hat er bestimmt nicht, sonst wäre er ja nicht immer hier. Ist doch egal, was soll er denn von einen Kerl wie dir schon wollen? Stop! Oh mein Gott! Jetzt führe ich schon mit mir selbst Streitgespräche. Heut Nacht war einfach schon zu viel los. 
Endlich sind auch die letzten Gäste gegangen und ich bin mit Lauri alleine.
“Hast du heut Nacht noch etwas vor?“
“Bis jetzt nicht wirklich und du? Hast du schon etwas vor?“, dabei lecke ich mir leicht über die Lippen, von denen er sofort in Bann gerissen scheint. “Lauri?“
“Was? Nein, ich habe noch nichts weiter vor. Wollen wir vielleicht was zusammen machen?“ Zusammen machen? Was zusammen machen? Wenn er wüsste, was mir grad alles so in meinem Kopf rumschwirrt. Ich glaube nicht, dass er noch weiter fragen würde. Doch so wie er mich ansieht hat er die selben Gedanken. Ich hauche ihm ein “Ja können wir“ zu und sehe mit freuden, wie er eine Gänsehaut auf den Armen bekommt.
Die Nacht wird bestimmt noch toller werden als sie bisher schon war. Ich freue mich schon darauf. Viel zu lange habe ich schon darauf gewartet. Endlich ist es soweit.

Doch was wird die Zukunft bringen?
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