Hoffnung

 

Wo bist du mein Engel? Seit Monaten lässt du dich schon nicht mehr blicken. Wo bist du nur? Ich vermisse dich. Du hast mir doch versprochen, immer wieder zu mir zu kommen. Warum kommst du dann nicht? Bisher bist du doch fast die ganze Zeit immer in meiner Nähe gewesen. Warum musstest du gehen? Was wollten die von dir? Lassen sie dich nicht mehr zu mir? Warum tuen sie uns dass an? Ich liebe dich. Ich brauche dich. Bitte komm schnell wieder her. Komm wieder zu mir. Du bist doch mein Engel.
Meiner.
Das hast du mir doch versprochen. Du hast mir geschworen, dass du bei mir bist. Das du mir gehörst. Das du mich in den Tod trägst. Als mein Todesengel.
Mein Engel.
Mein Schutzengel.
Mein Todesengel.
Ich vermisse dich. Wo bist du nur?
Seit zwei Wochen renne ich nun schon immer wieder zu unseren Lieblingsplätzen. Erinnere mich an schöne Zeiten. Schwelge in Erinnerungen. Hoffe dich wieder zurückzubekommen. Nur dies hält mich am Leben.
Die Hoffnung. Die Hoffnung deiner Rückkehr.
Langsam habe ich keine mehr. Ich habe angst, fühle mich so verlassen. Ich habe keine Freude mehr am Leben. Du hast mein Leben ausgefüllt. Ohne dich ist es leer. Ich will nicht mehr. Will dich wiedersehen, auch wenn es nur ein kurzer Moment sein wird. Heute Abend. Heute wo der Himmel brennt. Heute werde ich dich wiedersehen.
Ich bin an den Klippen. Unseren kleinen Liebesnest. Habe den Sonnenuntergang beobachtet und geheult wie ein kleines Kind. Nun nehme ich das Messer. Beobachte weiterhin den Himmel. Ich wünschte du wärst jetzt hier und würdest mich in die Arme nehmen und mit mir den Himmel beobachten. Gleich werde ich dich sehen. Hoffentlich hältst du wenigstens dieses Versprechen. Mittlerweile ist das Messer an meinem Hals. Ich schließe die Augen und hole aus, damit ich zustoßen kann.
I
rgendjemand hält meinen Arm fest. Verwundert öffne ich die Augen. Einen Augenblick sehe ich nur in dein wunderschönes Gesicht. Kann nicht glauben, dass du wirklich vor mir stehst. Du führst meine Hand mit dem Messer zu deinem Herzen. “Bevor du dich tötest, musst du mich töten. Dann sind wir auch im Tode vereint. Ich will nicht sehen, wie du stirbst. Ich kann dich nicht in den Tod hinüber tragen. Ich kann das einfach nicht. Verzeihe mir. Dazu liebe ich dich einfach zu sehr.“ Ich soll dich töten? Das kann ich aber nicht. Ich weis ja nicht mal, ob ich mich hätte selber töten können. Wie soll ich dich dann töten? Ich liebe dich doch auch mein Engel. Bist du zu mir zurückgekehrt, oder verabschiedest du dich? “Ich verabschiede mich, aber nicht von dir, sondern vom Himmel. Ich bin geflohen. Sie wollten mich nicht mehr zu dir lassen. Sie haben mich eingesperrt, aber heute konnte ich fliehen. Jetzt kann mich keiner mehr von dir fern halten. Es sei denn, du willst mich nicht mehr.“ Ich dich nicht mehr wollen? Ich schmeiße das Messer einfach weg und ziehe dich an mich heran, damit ich dich küssen kann. Glücklich lächelst du mich an. “Ich habe gehofft diese Antwort zu bekommen.“ Plötzlich taucht ein weiterer Engel auf. “Dir ist klar, dass du damit dein Leben wegwirfst? Wir haben es dir erklärt. Wir haben dich festgehalten, weil du dich nicht von ihm trennen wolltest. Ist dir immer noch nicht klar, was du damit alles wegwirfst?“
“Es ist mir glasklar. Ich weiß, was ich tue und wenn es soweit ist, werde ich mit den Konsequenzen leben.“ Mit einem trauernden, mitleidigem Blick auf dich verschwindet der andere Engel wieder. Du küsst mich noch einmal, bevor du mich ansiehst und mich fragst, ob wir gehen wollen. Ja gehen wir, auf in eine gemeinsame Zukunft.
Mein Engel ist wieder bei mir. Mein persönlicher Engel, der aus dem Himmel floh um bei mir zu sein. Womit habe ich nur so jemanden verdient?

*End*

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