Was tust du nun? 

Du sitzt mir gegenüber und ich bitte dich, mich erst ausreden zu lassen, bevor du etwas sagst. So beginne ich mit meiner Geschichte. Geboren wurde ich in Tuulu. Einem kleinem Nest in der Nähe von Helsinki. Dort lebte ich bis zu dem Tod meiner Eltern, da war ich ungefähr 7. Danach kam ich in verschiedene Heime, aus denen ich aber immer wieder ausriss. Ich fühlte mich dort nicht wohl und die Erzieher verboten mir fast alles, auch auf meiner Gitarre zu spielen. Mit meiner Gitarre in der Hand stand ich irgendwann in Helsinki. Ich kam an die verschiedensten Leute. Irgendwann kam ich dann an Sammy. Sammy hat mich bei sich aufgenommen, mich unterstützt und mich in die Schule geschickt. Durch ihn bin ich wieder aus der Gosse herausgekommen. Er bezahlte mir sogar den Musikunterricht, damit ich weiter Gitarre spielen lernen konnte. Er war wie ein Vater zu mir. Trotzdem rutschte ich wieder ab. Zuerst waren es Erpressungen, die mich zu solchen Sachen zwangen, dann war es als Rauschmittel, als Hass auf solche Typen, die das kleinen Kindern antun, was man mir angetan hat. So habe ich meinen ersten Menschen getötet, weil ich es nicht mehr ertragen konnte. Ich nahm einfach das Messer und stieß zu. Es war ganz einfach. Das Messer ging einfach rein. Ich lief weg, aber sie fanden mich, erpressten mich. Drohten mich zu verraten und Sammy zu töten, wenn ich nicht täte, was sie wollen und so beging ich weitere Morde. Mordete in ihrem Auftrag und zerstörte mich dabei selber. Ich wollte mir schon selbst den Gnadenschuss geben, da sah ich dich. Einige Zeit lang beobachtete ich dich, aber als ich bemerkte, dass sie mich beschatten ließen, gab ich dich auf, weil ich dich nicht in Gefahr bringen wollte. An dem Abend in der Bar, hatte ich schon wieder nur dich im Kopf. Du ließt mich nicht los. Immer war dein Bild in meinem Kopf. Ich konnte dich einfach nicht vergessen und hast du mich angesprochen. Ein blonder Engel fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit in seiner Band zu spielen. Ich fragte mich zwar, woher du wusstest, dass ich ein Instrument spiele, aber dass war mir in dem Moment egal, ich war einfach zu glücklich dich wiederzusehen. Also sagte ich zu und du nahmst mich sofort mit in euren Proberaum und hast mich als euren neuen Gitarristen vorgestellt. Deine Freunde nahmen sich sofort auf und ich fühlte mich glücklich, wenn ich mit euch Musik gemacht habe. Als du mich dann auch noch fragtest, ob ich Backround singen möchte, war meine Welt perfekt, aber ich möchte, dass du die Wahrheit über mich weist. Du sollst als Bandleader wissen, dass es einige dunkle Kapitel in meinem Leben gibt. Die wird die Presse bestimmt irgendwann herausbekommen. Ich bin gerne ein Bandmitglied in deiner Band, aber ich möchte eurer Kariere nicht schaden und irgendwann werden sie bestimmt wieder kommen und Verlangen, dass ich für sie morde. Ich könnte es nicht verantworten, wenn sie dir etwas antun würden, um an mich heranzukommen Jonne. Dazu bist du mir ein zu guter Freund, als dass ich so etwas zulassen könnte.
Also Jonne, ich .... ich steige aus der Band aus. Du kommst auf mich zu und setzt dich auf meinen Schoß. Ich kann dir nicht in die Augen sehen. Deine Hände an meinem Kopf zwingen mich in deine Richtung zu sehen. Du wartest, bis ich dir dann doch in die Augen sehe. “Vergiss es!“ Was? “Vergiss es. Ich lasse dich nicht gehen. Sollen sie doch kommen. Soll von mir aus die Presse irgendwelchen Scheiß schreiben, dass machen sie doch sowieso, aber dich lasse ich nicht gehen.“ Jonne bist du noch ganz bei Trost? Sie werden auch nicht davor zurückschrecken dich zu töten. Ich will nicht, dass du meinetwegen stirbst. Bitte versteh mich doch. Ich will nicht, dass dir oder irgendjemanden anderen, der was mit der Band zu tun hat, Schaden zugefügt wird und wenn ihr wegen meiner Vergangenheit nicht groß raus kommt, könnte ich mir das auch nicht verzeihen. Ihr seid doch so gut. Ich ... Ich bin nicht gut genug für auch. Ich schupse dich von meinem Schoß und renne aus deiner Wohnung heraus. Du rappelst dich auf und rennst mir hinterher. Als du mich erreichst, reist du mich herum und drückst mich gegen eine Hauswand. “Ich lass dich nicht gehen.“ Schon spüre ich deine Lippen auf meinen. Umgarnen diese leicht. Laden mich zum spielen ein. Auch wenn ich weis, dass es falsch ist und ich dich damit in Gefahr bringe gehe ich darauf ein und mache mit. Verdammt, dass fühlt sich so gut an. Deine Lippen schmecken noch besser, als ich mir vorgestellt habe. Wie mag wohl der Rest von dir schmecken? Viel zu lange habe ich meine Gefühle für dich schon unterdrückt.
Verdammt Jonne, ich liebe dich.
“Ich dich auch. ... Bitte verlasse uns nicht. So einen guten Gitarristen finden wir nie wieder. Und vor allem, bitte verlass mich nicht. Ich liebe dich und alles andere ist mir egal, wir kommen schon zurecht.“

*End*

Gratis bloggen bei
myblog.de